| Tornados | von Thomas Sävert |
![]() ![]() Micheln Juni 2004 | Allgemeines über Tornados: Eine der schlimmsten Naturgewalten auf der Erde schlägt immer wieder Schneisen in Landschaften. In den USA treten jährlich rund 1.000 bis 1.200 solcher Stürme auf. Nicht mehr messbare Windgeschwindigkeiten bis über 500 km/h lassen viele Gegenstände zu lebensgefährlichen Geschossen werden. Mehr über die Tornados (von Thomas Sävert). Erst seit wenigen Jahren werden auch die Tornados in Mitteleuropa mehr erforscht und als Gefahr erkannt. Oft als "Windhose" oder "kleiner Bruder des Tornados" verniedlicht, sind sie dem US-Pendant meist ebenbürtig. Mehr zu Tornados auch bei Wikipedia. Nebenstehend sehen Sie zwei Fotos des Tornados, der am 23. Juni 2004 zahlreiche Häuser in Micheln (Sachsen-Anhalt) zerstörte. Er gehört zu den schadenträchtigsten Tornados der vergangenen Jahre. Ganz anders als die Tornados entstehen die so genannten Staubteufel (Dust Devils), die nicht an Schauern oder Gewittern gebunden sind, sondern meist bei sonnigem und sehr warmem Wetter auftreten.
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Wasserhosen - Tornados über Wasser: Vor allem im Spätsommer und im Herbst werden auf Nord- und Ostsee sowie auf dem Bodensee so genannte Wasserhosen beobachtet. Sie erreichen meist nicht die Ausmaße der Tornados über Land, können aber für kleine Schiffe und Boote gefährlich werden. Manchmal treten auch gleich mehrere Wasserhosen auf, im August 1999 waren es vor Rügen gleich vier Exemplare. Am selben Tag gab es auch an der Nordsee mindestens einen Tornado. Vier Wasserhosen vor Rügen, August 1999 Waterspout Video Stock (Ultimate Chase) |
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Der Neumünster-Tornado 1993: Der Tornado bei Neumünster im Juli 1993 war einer der wenigen Tornados in Deutschland, die schon damals genau untersucht wurden. Zum Tornado gibt es hier einen ausführlichen Bericht. Es gab zwar keine Verletzten, aber hohe Sachschäden. Der Tornado erreichte die Stärke F2 auf der Fujita-Skala und entstand aus einem Gewitterschauer heraus, der am späten Vormittag quer über Schleswig-Holstein zog. Glücklicherweise zog der Tornado wenige Kilometer südlich an Neumünster vorbei. Die Spur war 13 Kilometer lang und meist zwischen 100 und 150 Meter breit. |
![]() ![]() Tornado auf Laesö von Matthias Jaeneke |
Funnels: Sehr viel häufiger als Tornados werden auch bei uns in Mitteleuropa immer wieder so genannte Funnels oder Funnelclouds (deutsch: Trichterwolken) beobachtet. Damit ist nur der sichtbare Teil des Wirbels gemeint, unsichtbar kann er sich nach unten fortsetzen - auch bis zum Boden. Ein solcher Funnel wie links im Bild von Dirk Frangenberg am Nachmittag des 05. Mai 2004 in Bergisch Gladbach im Bild festgehalten entsteht im Aufwindbereich einer rasch wachsenden Wolke. Dabei muss es sich nicht zwingend um eine Gewitterwolke handeln, auch eine schnell emporschnellende Cumuluswolke wie in diesem Fall kann dafür ausreichen. Dazu weitere typische Beispiele: Tobias Hämmer, Bayern, 06.06.04 Michael Kutscher, Wolfen, 12.06.04 Christian Erber, Greifswald, 11.05.05 Frank Goede, Greifswald, 11.05.05 Andreas Kämmer, Halle, 22.04.06 Luftaufnahme von Stig Øye (Dänemark), 05.06.06 Funnelbeobachtung bei Straubing 22.05.09 (Martin Bohmann) Der Übergang von einem Funnel (dem sichtbaren Schlauch) ohne Bodenkontakt zu einem echten Tornado ist bei schwächeren Fällen oftmals nur sehr schwer zu nachzuweisen. Obwohl der kondensierte und damit sichtbare Schlauch nicht bis zum Boden reicht, kann der Wirbel schon den Boden berühren und somit zum Tornado werden. Ist die Sicht zum Fuß des vermeintlichen Tornados eingeschränkt, ist kaum eine eindeutige Aussage möglich. Wenn aber der Schlauch auf deutlich mehr als der halben Strecke zwischen Wolkenbasis und dem Boden sichtbar ist, kann meist von einem Bodenkontakt ausgegangen werden, so auch beim Tornado auf Laesö (Bericht von Matthias Jaeneke). |
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Fractus - Turbulente Wolkenfetzen und Fakes: An der Unterseite von Schauer- und Gewitterwolken geht es oft recht turbulent zu, auch Rotation ist gar nicht so selten. Dabei nehmen umherwirbelnde Fractusfetzen manchmal ein tornadoähnliches Aussehen an und wurden schon einige Male damit verwechselt. Gleichzeitig aufsteigende Nebelfetzen können das Bild eines Tornados perfekt machen. Weitere Phänomene wie Rauch aus einem Schornstein oder Blitze werden manchmal als Tornados gemeldet. Solche vermeintlichen "Tornados" und Falschmeldungen werden auch als "Fakenado" bezeichnet. Wolkenfetzen bei Flörsheim, Juni 2008 Beispiel aus Tübingen vom Juni 2005 Weiteres Beispiel aus Tübingen vom Juli 2005 Kondensstreifen am 26.09.07 Schatten eines Kondensstreifens (Wetter-Foto.de) Kein Tornado! Manchmal trügt der Schein... (TorDACH) The Non-Tornado Home Page (Roger Edwards) 21.06.2009 fakenado und tiefe dunkle Wolkenbasis Fulda-Kuenzell (WZ-Forum) |
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Abgrenzung zum Downburst (Gewitterfallböe): Gewitterfallböen treten bei nahezu jedem Gewitter auf, sie können ebenso wie Tornados größere Schäden anrichten und nach der Fujita-Skala in Extremfällen durchaus die Stufe F2 (ab ca. 180 km/h) erreichen. Sie weisen meist ein divergentes Fallmuster auf, in Einzelfällen sind die Schäden aber schwer von Tornadoschäden zu unterscheiden. Vor allem schnell ziehende Tornados mit nur kurzem Bodenkontakt können downburstähnliche Schäden anrichten. Exkurs - Was ist ein Downburst ? - Übersicht (Felix Welzenbach) |