Entstehung von Erdbeben

Erdbeben gibt es auf allen Kontinenten, sie treten immer wieder unvermittelt auf, richten dann zum Teil erhebliche Schäden an und fordern teilweise viele Todesopfer.

Wohl kaum eine andere Naturgewalt übt auf den Menschen einen ähnlichen psychologischen Schock aus wie die urplötzlich auftretenden Erdstöße, und das oft über großen Gebieten, in denen die Bewohner dann dringend auf Hilfe von außen angewiesen sind. Das gilt auch für Industrieländer, wenn sich hier starke Erdbeben ereignen.

Gefahren für Menschen, Tiere und Sachwerte bestehen vor allem durch einstürzende Gebäude, herabstürzende Trümmer, Bildung von Spalten im Erdboden, Gas-, Wasser- und Schlammausbrüche, Bergstürze und den gefürchteten Tsunamis, Flutwellen bei Seebeben, deren Herd unter dem Meer liegt.

Die Vorhersage von Erdbeben ist trotz einzelner Erfolge (u.a. China, 1975) noch nicht oder nur sehr selten möglich. Die Erdbebenforschung ist aber seit dem großen Beben von Lissabon im Jahre 1755 schnell vorangeschritten. Spezielle Erdbebenmeßgeräte (Seismographen) wurden erfunden und auf dem gesamten Erdball installiert. Damit konnte die Ausbreitung der Erdbebenwellen genauer verfolgt werden, in einigen Regionen können sogar kurzfristige Vorwarnungen ausgegeben werden. So werden in einigen Teilen Japans Züge angehalten bei ersten Anzeichen für schwere Erdbeben, und in Mexiko-Stadt heulen die Alarmsirenen, wenn an der mexikanischen Pazifikküste die Erde bebt. So erhält man immerhin eine Vorwarnzeit von rund 30 bis 45 Sekunden, die im Notfall vielen Menschen das Leben retten kann.

Gebiete starker Erdbebentätigkeit sind - wie man gut auf der obenstehenden Weltkarte für Erdbebengefahren des Schweizerischen Erdbebendienstes erkennen kann - vor allem der sogenannte Feuergürtel rund um den Pazifik mit Japan, China, Taiwan, den Philippinen, Indonesien mit der Westküste Nord- und Südamerikas, dann weiter vom Himalaya bis ins Mittelmeer, in Europa vor allem fast der gesamte Süden und in Deutschland der Oberrheingraben bis hinauf zum Niederrhein.

Nach der Entstehung teilt man die Erdbeben in zwei Klassen ein, natürliche und induzierte Erdbeben:

    Natürliche Erdbeben:

  1. Tektonische Erdbeben: Sie umfassen mehr als 90 % aller Beben und entstehen vor allem an den Plattengrenzen der Kontinente, davon 80 % der Erdstöße mit einer Stärke größer als 5 auf der Richter-Skala im zirkumpazifischen Gürtel und 13 % im Mittelmeer-Himalaya-Gürtel.
  2. Einsturzbeben: Wenn sich unterirdische Hohlräume durch Auswaschen löslicher Bestandteile vergrößern, dann können die Hohlräume ganz einfach durch die Schwerkraft einstürzen und Erdbeben verursachen.
  3. Vulkanische Beben: Bei größeren Vulkanausbrüchen, vor allem explosionsartigen Eruptionen, treten oft schon im Vorfeld häufig Erdbeben auf, sie sind mit eines der ersten Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch.
  4. Gebirgsschläge: Durch Gezeiten, Grundwasser- und Luftdruckschwankungen und sogenannte "Schlagende Wetter" können durch Bergbau ausgehöhlte Hohlräume zusammenbrechen.
  5. Induzierte Erdbeben:

  6. Explosionen: Bei Atombombentests werden gewaltige Energien frei, die Erdstöße der Stärke 5 bis etwa 5,5 auf der Richter-Skala auslösen können. Auch nichtnukleare Explosionen wie auf Helgoland nach dem zweiten Weltkrieg können manchmal ähnlich starke Erdstöße hervorrufen.
  7. Einsturzbeben in Bergbaugebieten: Wenn sich künstlich entstandene unterirdische Hohlräume durch Auswaschen löslicher Bestandteile vergrößern oder instabil werden, dann können die Hohlräume ganz einfach durch die Schwerkraft einstürzen und Erdbeben verursachen. Dies geschieht recht häufig im Ruhrgebiet.

 

Thomas Sävert, 23.07.2002


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