Hurrikansaison 2005 von
Thomas Sävert
Das Hurrikan-Jahr 2005 war extrem ungewöhnlich mit sehr vielen Stürmen und auch mit außergewöhnlichen Zugbahnen. Insgesamt wurden bis Ende Dezember 28 Tropische und Subtropische Stürme registriert, davon 15 Hurrikane. Die Saison 2005 übertrifft damit die bisherigen Rekorde aus dem Jahr 1933 mit 21 beobachteten Stürmen und aus dem Jahr 1969 mit 12 Hurrikanen. Nachdem alle vorgesehenen Namen vergeben waren, wurde dann sogar das griechische Alphabet herangezogen. Zudem war "Vince" der östlichste Hurrikan, der sich jemals seit Beginn der Aufzeichnungen nördlich von 20 Grad nördlicher Breite gebildet hat. Dazu noch dieses Zitat des Meteorologen Franklin am National Hurricane Centers: "THE 2005 HURRICANE SEASON SEEMS TO HAVE LITTLE INTEREST IN CLIMATOLOGY." ("Die Hurrikansaison 2005 scheint wenig Interesse an der Klimatologie zu haben").


© by Unisys. Die Karte zeigt die Zugbahnen aller Atlantikstürme im Jahre 2005 bisher, wie schon in den Vorjahren waren fast alle Regionen betroffen. Der nordöstliche Bereich der Karibik wurde ganz ausgespart. Auffällig ist noch die Zugbahn von "Vince", die den Kartenausschnitt verlässt.

Die Saison startete enorm früh und brachte bereits im Juli mit "Dennis" und "Emily" die beiden stärksten Hurrikane hervor, die jemals so früh beobachtet wurden. Es ging dann Schlag auf Schlag weiter. Der Höhepunkt der Saison wurde Ende August und in der zweiten Septemberhälfte erreicht, als die beiden Hurrikane "Katrina" und "Rita" Teile der amerikanischen Golfküste verwüsteten. Anfang Oktober wurden dann in Mittelamerika ganze Orte nach Regenfällen und Erdrutschen im Bereich des Hurrikans "Stan" sowie eines weiteres tropischen Tiefs verschüttet. Der ungewöhnlichste Hurrikan war wohl "Vince", der im Oktober bei Madeira entstand und mit Sturmböen und heftigen Regenfällen als erster tropischer Wirbelsturm im Südwesten Spaniens an Land ging. Mitte Oktober entstand dann mit "Wilma" der bisher stärkste Hurrikan, der jemals auf dem Atlantik beobachtet wurde: Der Luftdruck sank im Zentrum auf den Rekordwert von 882 Hektopascal. "Alpha" war dann der erste Sturm mit einem griechischen Namen, der starke Hurrikan "Beta" traf dann Ende Oktober Nicaragua. Insgesamt kamen bei den Stürmen und Hurrikanen mehrere tausend Menschen ums Leben, die Schäden erreichten eine dreistellige Milliardensumme.


© by Intellicast. Auch diese Karte zeigt die Zugbahnen aller Tropischen Stürme und Hurrikane der Saison 2005.

Nr. Name Kat. Zeit Wind Druck Landfall Tote Schäden
1 ARLENE - 08.-13.06. 110  989  Nordwestflorida 1 gering
2 BRET - 28.-29.06. 65  1002  Mexiko 1 n.bek.
3 CINDY 1 03.-07.07. 120  991  Louisiana 1 320 Mio. US-Dollar
4 DENNIS 4 04.-12.07. 240  930  Kuba, Nordwestflorida 42 2,23 Mrd. US-Dollar
5 EMILY 5 11.-21.07. 260  929  Yucatan, Mexiko 6 n.bek.
6 FRANKLIN - 21.-29.07. 110  997  - 0 -
7 GERT - 23.-25.07. 75  1005  Mexico 0 -
8 HARVEY - 02.-08.08. 100  994  - 0 -
9 IRENE 2 04.-18.08. 165  970  - 0 -
10 TEN T.D. 13.-14.08. 55  1008  - 0 -
11 JOSE - 22.-23.08. 95  998  Veracruz, Mexiko 6 n.bek.
12 KATRINA 5 23.-31.08. 280  902  Florida, Louisiana, Mississippi >1.500 >108 Mrd. US-D
13 LEE - 28.08.-02.09. 65  1006  - 0 -
14 MARIA 3 01.-10.09. 185  962  - 0 -
15 NATE 1 05.-10.09. 150  979  - 0 -
16 OPHELIA 1 06.-18.09. 140  976  North Carolina (USA) 1 1,6 Mrd. US-Dollar
17 PHILIPPE 1 17.-24.09. 130  985  - 0 -
18 RITA 5 18.-26.09. 285  895  Florida Keys, Louisiana, Texas 10 12 Mrd. US-Dollar
19 NINETEEN T.D. 30.09.-02.10. 55  1006  - 0 -
20 STAN 1 01.-05.10. 130  977  Yucatan, Mexiko über 1000 n.bek.
-- UNBENANNT - 04.-05.10. 85  997  - 0 -
21 TAMMY - 05.-06.10. 85  1001  Florida, Georgia 0 gering
22 TWENTYTWO T.D. 08.-09.10. 55  1008  - 0 -
23 VINCE 1 09.-11.10. 120  988  Südwestspanien 0 n.bek.
24 WILMA 5 15.-25.10. 295  882  Yucatan, Florida 25 20,6 Mrd. US-Dollar
25 ALPHA - 22.-24.10. 85  998  Dom.Rep., Haiti 26 n.bek.
26 BETA 3 26.-31.10. 185  962  Nicaragua n.bek. n.bek.
27 GAMMA - 13.-20.11. 85  1002  Honduras (gestreift) 37 n.bek.
28 DELTA - 22.-28.11. 110  980  Kanaren, Marokko 19 n.bek.
29 EPSILON 1 29.11.-08.12. 140  981  - 0 -
30 ZETA - 30.12.-06.01. 100  994  - 0 -
(Alle Angaben ohne Gewähr; T.D. = Tropische Depression / hat keine Sturmstärke erreicht, Kategorie nach der Saffir-Simpson-Skala, maximaler Mittelwind in km/h, Druck = tiefster registrierter Luftdruck im Zentrum in Hektopascal)

Insgesamt bildeten sich bis Ende Dezember 27 Tropische Stürme, von denen sich 15 zu Hurrikanen mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde und mehr verstärkten ("Cindy" wurde erst im Januar 2006 vom NHC nachträglich zum Hurrikan heraufgestuft). Insgesamt 7 Hurrikane erreichten auf der fünfteiligen Hurrikanskala mindestens die Stufe 3 mit 180 km/h und mehr, sie wurden zu so genannten "Major Hurricanes". Den Rekord hält weiterhin das Jahr 1950 mit acht starken Hurrikanen. Insgesamt vier Hurrikane erreichten die höchste Kategorie 5 ("Emily" wurde erst Mitte März 2006 heraufgestuft). Im langjährigen Mittel treten etwa 10 Stürme auf, davon 6 Hurrikane und davon wiederum 2 starke Hurrikane. Damit setzt sich nach der relativen Ruhe in den 70er und 80er Jahren die seit 1995 anhaltende Zeit mit einer deutlichen höheren Anzahl an Stürmen und Hurrikanen fort. Dabei traten - wenn man nach dem tiefsten Luftdruck im Zentrum geht - in den beiden Jahren 2004 und 2005 allein vier der neun stärksten bisher registrierten Hurrikane auf:

Jahr Name tiefster Luftdruck Seegebiet
2005 Wilma 882 Hektopascal Karibik
1988 Gilbert 888 Karibik
1935 Labor Day Hurrikan 892 Florida Keys
2005 Rita 897 Golf von Mexiko
1980 Allen 899 Karibik
2005 Katrina 902 Golf von Mexiko
1999 Mitch 905 vor Honduras
1969 Camille 905 Golf von Mexiko
2004 Ivan 910 Karibik
1955 Janet 914 Karibik


© by Weather Underground. Die Karte zeigt die Zugbahnen aller Atlantikstürme in den Jahren 2004 und 2005 zusammen (Stand: 12.01.06).

Weitere Links zur Hurrikansaison 2005:
Nach Hurrikan "Dennis" - wie sicher ist der Urlaub? (DomRep-Magazin)
2005 Atlantic Hurricane Season (NASA, 17.12.05)

2005 - A record Season (Palm Beach Post)

Es folgt ein Überblick mit Karten und Satellitenbildern zu allen Stürmen des Jahres 2005. Zu jedem Sturm bekommen Sie hier Zugbahn, Stärke und viele weitere Infos, dazu kommen Links zu den jeweiligen Internetseiten eines Sturmes (Zugbahnkarten mit freundlicher Genehmigung von Unisys):
Zugbahnkarte ARLENE Tropischer Sturm ARLENE:
Die erste Tropische Depression der Hurrikansaison 2005 entstand am 08. Juni in der westlichen Karibik. Die Depression formierte sich langsam und wurde am folgenden Tag zum ersten Tropischen Sturm des Jahres auf dem Atlantik. "Arlene" zog nach Norden bis Nordwesten zum Golf von Mexiko und überquerte dabei die Westspitze Kubas, wo gewaltige Regenmengen fielen. Danach traf der Sturm auf die Südstaaten der USA. Der Sturm verstärkte sich zuvor auf mittlere Windgeschwindigkeiten bis etwa 110 km/h und verfehlte damit nur knapp die Grenze zum Hurrikan. Mehr zum Sturm finden Sie auf der ARLENE-Seite
Zugbahnkarte BRET Tropischer Sturm BRET:
Am 28. Juni bildete sich in der Bay of Campeche im äußersten Süden des Golfs von Mexiko die zweite Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison. Mit einem Aufklärungsflugzeug wurde eine geschlossene Zirkulation gefunden. Die Depression konnte sich zum schwachen Tropischen Sturm "Bret" verstärken, bevor er am 29. Juni bei Tuxpan auf Land zog. Sturmwarnungen wurden für die Golfküste zwischen Veracruz und Tampico ausgegeben. Mehr zum Sturm finden Sie auf der BRET-Seite
Zugbahnkarte CINDY Hurrikan CINDY:
Die dritte Tropische Depression bildete sich am 03. Juli dicht östlich der mexikanischen Halbinsel Yucatan. Sie überquerte Yucatan mit Nordwestkurs und verstärkte sich auf dem Golf von Mexiko am 05. Juli zum Tropischen Sturm "Cindy", der kurzzeitig Hurrikanstärke erreichte, bevor er zum 06. Juli den US-Bundesstaat Louisiana mit heftigen Böen und starken Regenfällen erreichte. Auf einer vorgelagerten Bohrinsel wurde eine Spitzenböe von fast 160 km/h (genauer 99 mph) gemessen, der Kerndruck sank nach Messungen mit einem Aufklärungsflugzeug vorübergehend bis 992 Hektopascal. Über Land schwächte sich "Cindy" dann schnell ab. Der Sturm wurde vom NHC erst nachträglich im Januar 2006 zu einem Hurrikan heraufgestuft. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der CINDY-Seite
Zugbahnkarte DENNIS

Satellitenbild
Sturmbild 10.07.2005 (NASA)
Hurrikan DENNIS:
Die vierte Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison entstand am 04./05. Juli im Bereich der Kleinen Antillen. Bereits im Laufe des 05. Juli wurde die Depression zum vierten Tropischen Sturm der Saison mit dem Namen "Dennis". In der Nacht zum 07. Juli wurde "Dennis" zum ersten Hurrikan der atlantischen Saison heraufgestuft. Er zog nach Westen bis Nordwesten und wurde dicht vor Jamaika zu einem so genannten Major Hurricane (ab Kategorie 3 auf der fünfteiligen Hurrikanskala) mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis 185 km/h mit weitaus höheren Spitzenböen, zum 08. Juli erreichte er die Kategorie 4. Dabei sank der Kerndruck im Laufe des 08. Juli vorübergehend bis 937 Hektopascal ab bei mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 240 km/h mit wesentlich stärkeren Böen. Damit war "Dennis" der früheste Kategorie-4-Hurrikan und der stärkste Hurrrikan in einem Juli auf dem Atlantik seit Beginn der Aufzeichnungen.

Unter deutlicher Abschwächung zum Hurrikan der Kategorie 1 (Kerndruck 972 Hektopascal) zog er über das zentrale und westliche Kuba hinweg nach Nordwesten. Dennoch blieb die Zirkulation und auch das Auge erhalten. Zum 09.07. erreichte er wieder den Ozean und er zog zum südöstlichen Golf von Mexiko. Hier verstärkte er sich erneut deutlich auf Kategorie 4 mit einem Mittelwind bis etwa 230 km/h und einem Kerndruck von 931 Hektopascal. Unter nur geringer Abschwächung steuerte er am Abend des 10.07. auf die Küste Nordwestfloridas zu, die er mit seibem Auge gegen 21 bis 22 Uhr MESZ erreichte. Über Land schwächte sich "Dennis" rasch zu einem Tropischen Sturm ab, er blieb aber noch gefährlich mit heftigen Regenfällen. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der DENNIS-Seite
Zugbahnkarte EMILY

Satellitenbild
Sturmbild 19.07.2005 der NASA
Hurrikan EMILY:
Um den 07./08. Juli zog eine gut ausgeprägte Wellenstörung von Afrika aus nach Westen auf den Atlantik. Nach vorübergehender Abschwächung fomierten sich zum 11. Juli Schauer und Gewitter um ein Zentrum und bildeten die fünfte Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison. Sie verstärkte sich zum 12. Juli zum fünften Tropischen Sturm mit dem Namen "Emily". Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen wurde so früh der fünfte Sturm registriert. Bei einem Aufklärungsflug am 13. Juli wurde nur ein schwacher Sturm mit einem Kerndruck von 1003 Hektopascal angetroffen, wenige Stunden später verstärkte er sich sehr rasch und wurde zum 14. Juli zum zweiten Hurrikan der Saison. "Emily" überquerte zunächst die südlichen Kleinen Antillen, vor allem auf der bereits im Jahre 2004 von "Ivan" betroffenen Insel Grenada gab es erneut erhebliche Schäden.

"Emily" zog weiter nach Westen bis Nordwesten durch die gesamte Karibik, dabei streifte er den Süden Haitis mit heftigen Regenfällen. Hier kamen mehrere Menschen ums Leben. Der Hurrikan verstärkte sich rasch und vorübergehend erreichte "Emily" die höchste Stufe 5 auf der Hurrikan-Skala. Dabei streifte "Emily" Jamaika und traf dann nur wenig abgeschwächt auf die mexikanische Halbinsel Yucatan. Hier wurde er zum Hurrikan der Kategorie 1 herabgestuft. Auf dem Golf von Mexiko konnte er wieder an Kraft gewinnen, bevor er am 20. Juli als Hurrikan der Kategorie 3 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis knapp über 200 km/h auf den Nordosten Mexikos traf. Über Land schwächte sich der Hurrikan zum 21. Juli zu einem Tropischen Sturm und später zu einem tropischen Tief ab. In Monterrey fielen 104 Liter Regen pro Qudratmeter innerhalb von 24 Stunden. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der EMILY-Seite
Zugbahnkarte FRANKLIN Tropischer Sturm FRANKLIN:
Am 21. Juli formierten sich im Bereich einer tropischen Welle bei den östlichen Bahamas Schauer und Gewitter zur sechsten Tropischen Depression des Jahres auf dem Atlantik. Daraus entstand bereits wenige Stunden später der Tropische Sturm "Franklin", der zunächst langsam nach Nordwesten zog und dabei die nördlichen Bahamas streifte. In den Tagen darauf wurde er mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 110 km/h fast zum Hurrikan, bevor er nach Nordosten eindrehte und unter Abschwächung auf den offenen Atlantik hinauszog. Mehr zum Sturm finden Sie auf der FRANKLIN-Seite
Zugbahnkarte GERT Tropischer Sturm GERT:
Eine tropische Welle verstärkte sich vom 20. bis 22. Juli in der westlichen Karibik. Sie überquerte dann die mexikanische Halbinsel Yucatan mit heftigen Regenfällen. Über dem südlichen Golf von Mexiko bildete sich daraus die 7. Tropische Depression, die sich rasch zum 7. Tropischen Sturm mit dem Namen "Gert" verstärkte, der nach wenigen Stunden den Nordosten Mexikos erreichte. Hier fielen verbreitet größere Regenmengen, die gebietsweise Überschwemmungen auslösten. Mehr zum Sturm finden Sie auf der GERT-Seite
Zugbahnkarte HARVEY Tropischer Sturm HARVEY:
Am 02. August entstand nordöstlich der Bahamas die achte Tropische Depression der Saison. Sie formierte sich weiter und wurde am folgenden Tag zum Tropischen Sturm "Harvey" heraufgestuft. Auf seinem Weg nach Nordosten streifte er Bermuda, wobei er sich leicht verstärkte mit Windgeschwindigkeiten bis etwa 100 km/h bei einem Kerndruck von 994 Hektopascal. Im weiteren Verlauf schwächte er sich allmählich wieder ab und wandelte sich am 08. August in ein außertropisches Tief um. Mehr zum Sturm finden Sie auf der HARVEY-Seite
Zugbahnkarte IRENE

Satellitenbild
Sturmbild 15.08.2005 der NASA
Hurrikan IRENE:
Die neunte Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 bildete sich am 04. August aus einer tropischen Welle, die zum Monatswechsel von Afrika aus auf den Atlantik gezogen war. Zunächst verstärkte sich die Depression kaum. Am 07. August wurde sie dann vom NHC zum Tropischen Sturm mit dem Namen "Irene" heraufgestuft. Der Sturm "Irene" schwächte sich auf seinem Weg nach Nordwesten bis Westen am folgenden Tag vorübergehend wieder zu einer Depression ab, bevor er am 11. August erneut zum Sturm wurde.

"Irene" verstärkte sich langsam weiter und in der Nacht zum 15. stufte das NHC den Sturm zum dritten Hurrikan der Saison herauf. Normalerweise wird so früh nur ein Hurrikan beobachtet, lediglich im Jahre 1966 bildeten sich bis zum 11. August mehr Hurrikane als in diesem Jahr. Der Hurrikan zog weiter nach Nordwesten, dann Norden und Nordosten, später sogar Osten, wobei er einen weiten Bogen um Bermuda einschlug. Seine höchste Intensität erreichte er am 16. August als Hurrikan der Kategorie 2 mit Windgeschwindigkeiten bis 85 Knoten bei einem Kerndruck von etwa 975 Hektopascal. Über kühlerem Wasser und bei zunehmendem Höhenwind schwächte er sich dann ab, ohne Land zu bedrohen. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der IRENE-Seite
Zugbahnkarte T.D. No.10 Tropische Depression No.10:
Die zehnte Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 bildete sich am 13. August etwa 1.800 Kilometer östlich der Kleinen Antillen. Sie zog nach Nordwesten bis Westen und konnte sich kaum verstärken. Am folgenden Tag schwächte sie sich rasch wieder ab und wurde nicht mehr als Depression geführt. Allerdings konnten sich Schauer und Gewitter ab dem 22. August östlich der Bahamas neu formieren. Sie lösten dann zusammen mit einer weiteren tropischen Welle eine Neubildung aus, aus der der verheerende Hurrikan "Katrina" hervorging. Mehr zur Depression finden Sie auf der T.D. No.10-Seite
Zugbahnkarte JOSE Tropischer Sturm JOSE:
Die elfte Tropische Depression bildete sich am 22. August über dem südlichen Golf von Mexiko. Daraus entstand in der Nacht zum 23. August der Tropische Sturm "Jose", der nach offiziellen Angaben des NHC mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 85 km/h nach wenigen Stunden bereits das mexikanische Festland erreichte. Hier löste er heftige Regenfälle aus. Der Sturm muss kurzzeitig noch deutlich stärker gewesen sein und stand kurz vor Erreichen der Hurrikanstärke. Vorübergehend bildete sich sogar ein Auge aus, während der Sturm an Land zog. Mehr zum Sturm finden Sie auf der JOSE-Seite
Zugbahnkarte KATRINA

Satellitenbild
Sturmbild 28.08.2005 der NRL

Radarbild New Orlenas, Louisiana, 29.08.
Radarbild New Orleans 29.08. (NOAA)

Hurrikan KATRINA:
Der Hurrikan "Katrina" gehörte zu den stärksten tropischen Wirbelstürmen, die jemals auf dem Atlantik beobachtet wurden. Am 29. August 2005 traf er mit nahezu voller Gewalt auf die US-Golfküste. Mehr als 1.500 Menschen kamen durch den extremen Hurrikan ums Leben. Nach mehreren Deichbrüchen wurde die Stadt New Orleans größtenteils überschwemmt. Teile von New Orleans und einige weitere Orte waren auf längere Zeit nicht bewohnbar, die Gesamtschäden liegen in dreistelliger Milliardenhöhe.

Zur Geschichte des Hurrikans: Die zwölfte Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 bildete sich am 23. August bei den östlichen Bahamas. Unter günstigen Bedingungen konnte sich daraus bereits am folgenden Tag der Tropische Sturm "Katrina" formieren. Der Sturm zog anfangs nach Nordwesten, drehte dann nach Westen ein. Kurz vor Erreichen der Küste Südfloridas erreichte "Katrina" Hurrikanstärke mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 130 km/h und einem Kerndruck von 984 Hektopascal. Das Auge des Hurrikans überquerte dabei gegen 00:30 Uhr MESZ direkt Miami und damit auch das National Hurricane Center. Über Land drehte der Hurrikan nach Südwesten ein und er schwächte sich in der Nacht zum 26. August leicht ab zu einem starken Tropischen Sturm. Nach nur 7 Stunden erreichte "Katrina" bereits die Küste am Golf von Mexiko.

"Katrina" zog dann auf das warme Wasser des Golf von Mexiko hinaus, wo er nach nur wenigen Stunden schon wieder Hurrikanstärke erreichte. Hier setzte erhebliche Verstärkung ein, am Morgen (MESZ) des 27. August wurde er zum "Major Hurricane" (ab Kategorie 3) mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 185 km/h und einem Kerndruck von 940 Hektopascal. Dabei drehte er mehr nach Nordwesten ein. Nach kurzer Schwächephase ohne weitere Intensivierung verstärkte sich der Hurrikan am 28. August erheblich. Kategorie 4 auf der fünfteiligen Hurrikanskala erreichte er am Morgen (MESZ) des 28. August, später die höchste Kategorie 5 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 280 km/h bei einem Kerndruck von 902 Hektopascal. Am 29. August drehte der Hurrikan weiter nach Norden ein und schwächte sich vor allem in seinem Westteil etwas ab. Im Laufe des Tages traf der Hurrikan die US-Golfküste als starker Hurrikan der Kategorie 3 südlich von New Orleans auf Land und zog dann weiter nach Norden, wo er nur wenig schwächer auf die Küste von Mississippi traf. Dabei zog das Auge knapp östlich an New Orleans vorbei, die "eyewall" (Ring mit höchsten Windgeschwindigkeiten) lag einige Zeit über der Stadt. Über dem US-Bundesstaat Mississippi schwächte sich der Hurrikan in der Nacht zum 30. August zu einem Tropischen Sturm ab. Unter weiterer Abschwächung zu einer Tropischen Depression zog "Katrina" über die Bundesstaaten Alabama, Tennessee, Kentucky und Ohio weiter nach Nordosten. Gebietsweise fielen größere Regenmengen, auch einzelne Tornados richteten Schäden an. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der KATRINA-Seite
Zugbahnkarte LEE Tropischer Sturm LEE:
Die dreizehnte Tropische Depression der Saison 2005 bildete sich am 28. August mehr als 1.500 Kilometer östlich der Kleinen Antillen. Sie zog nach Nordwesten, wurde aber bereits einen Tag später nicht mehr als Depression geführt, da sie durch starke Höhenwinde beeinflusst wurde. Am 31. August stufte das NHC das Tief wieder als 13. Depression ein, die nur wenige Stunden später zum Tropischen Sturm "Lee" heraufgestuft wurde. "Lee" schwächte sich aber bereits nach wenigen Stunden wieder zu einer Depression ab. Land war zu keiner Zeit bedroht. Mehr zum Sturm finden Sie auf der LEE-Seite
Zugbahnkarte MARIA

Satellitenbild
Sturmbild 05.09.05 (NOAA)
Hurrikan MARIA:
Die vierzehnte Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 bildete sich am 01. September etwa 1.800 Kilometer östlich der Kleinen Antillen. Auf dem Weg nach Nordwesten verstärkte sie sich am folgenden Tag zum 13. Tropischen Sturm mit dem Namen "Maria". Der Sturm wurde am 04. September auf seinem Weg nach Nordwesten zum fünften Hurrikan der Saison 2005 heraufgestuft.

"Maria" verstärkte sich auf seinem Weg nach Nordwesten bis Norden weiter und erreichte am 05.09. rund 750 Kilometer östlich von Bermuda die Kategorie 2 und in der Nacht zum 06. September mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 185 km/h und einem Kerndruck bei 960 Hektopascal die Kategorie 3 auf der Hurrikanskala. Der Hurrikan drehte dann nach Nordosten ein, schwächte sich über kühlerem Wasser und bei zunehmenden Höhenwinden rasch wieder ab. Dabei wandelte er sich zu einem starken außertropischen Sturmtief um. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der MARIA-Seite
Zugbahnkarte NATE Hurrikan NATE:
Die fünfzehnte Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 bildete sich am 05. September zwischen den Bahamas und Bermuda. Sie zog zunächst sehr langsam nach Norden bis Nordosten und verstärkte sich bereits in der Nacht zum 06. September zu einem Tropischen Sturm mit dem Namen "Nate". Der Sturm bewegte sich zunächst kaum, intensivierte sich aber weiter zum sechsten Hurrikan der Saison. Er schlug dann einen Nordostkurs ein und streifte dabei Bermuda, bevor er sich wieder abschwächte. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der NATE-Seite
Zugbahnkarte OPHELIA

Satellitenbild
Sturmbild 05.09.05 (NOAA)
Hurrikan OPHELIA:
Die 16. Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 bildete sich am 06. September dicht vor der Ostküste Floridas. Sie bewegte sich zunächst kaum, verstärkte sich aber in der Nacht zum 07. September zu einem Tropischen Sturm mit dem Namen "Ophelia". Der Sturm zog direkt vor der Küste Floridas zunächst nur sehr langsam nach Nordwesten bis Norden, blieb dann aber vorerst weitgehend stationär. Dabei konnte er am 08. September trotz Landnähe über dem sehr warmen Wasser Hurrikanstärke erreichen. Am 09. September wurde er wieder zum Tropischen Sturm heruntergestuft. Offensichtlich lag "Ophelia" zu lange an derselben Stelle und brachte dabei sogar im Bereich des warmen Golfstromes aus tieferen Schichten kühleres Wasser an die Oberfläche.

Der Sturm setzte sich dann aber langsam nach Nordosten in Bewegung und wurde erneut zum Hurrikan heraufgestuft. Am Südrand eines sich verstärkenden Hochs drehte er wieder nach Westen bis Nordwesten ein, bewegte sich aber weiter sehr langsam und kam kaum von der Stelle. Das Wasser im Bereich des Systems kühlte sich ab und "Ophelia" wurde am 12. September erneut zu einem Tropischen Sturm herabgestuft. Am 13. September konnte sich der Sturm neu organisieren und erreichte in der Nacht zum 14. sehr dicht südlich von North Carolina erneut Hurrikanstärke. Dabei näherte sich der Sturm ganz langsam der Küste von North Carolina und erreichte diese später am 14. September. Am folgenden Tag blieb er fast stationär bei den Outer Banks, den beliebten Urlaubsinseln vor North Carolina, die Schäden hielten sich hier aber in Grenzen. Zum 16. September wurde "Ophelia" zu einem Tropischen Sturm heruntergestuft. Er zog dann weiter nach Nordosten und streifte zunächst den äußersten Nordosten Neuenglands, bevor er auf die kanadischen Atlantikprovinzen traf. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der OPHELIA-Seite
Zugbahnkarte PHILIPPE Hurrikan PHILIPPE:
Die 17. Tropische Depression bildete sich am 17. September östlich der Kleinen Antillen, sie wurde schon in der folgenden Nacht zum Tropischen Sturm heraufgestuft. Bereits in der Nacht zum 19. September verstärkte sich "Philippe" zum achten Hurrikan der Saison. Der Hurrikan "Philippe" zog weiter nach Nordwesten bis Norden, schwächte sich am 20. September wieder zu einem Tropischen Sturm ab, als er durch starke Höhenwinde gestört wurde. Am 23. September löste sich der ehemalige Sturm bei Bermuda weitgehend auf. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der PHILIPPE-Seite
Zugbahnkarte RITA

Satellitenbild
Sturmbild 21.09.2005 (NASA)

Zerstörung bei Cameron
Zerstörung bei Cameron (U.S. Coast Guard)
Hurrikan RITA:
"Rita" entstand - anders als die meisten atlantischen Hurrikane - nicht aus einer von Afrika heranziehenden Wellenstörung, sondern im Bereich einer alten, außertropischen Kaltfront. Schauer und Gewitter formierten sich zwei bis drei Tage lang. Daraus bildete sich am 18. September östlich der Bahamas die 18. Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005. Unter günstigen Bedingungen konnte sie sich rasch weiter formieren und wurde bald zum 17. Tropischen Sturm "Rita" heraufgestuft. Der Sturm überquerte zunächst die Bahamas und zog weiter nach Westen. Am 20. September wurde er zum neunten Hurrikan der Saison 2005. Dabei streifte er den Süden Floridas und den Norden Kubas mit heftigen Regenfällen. Während die rechte Seite des Hurrikans die Inselgruppe der Florida Keys überquerte, konnte sich "Rita" bis auf Kategorie 2 verstärken. Auf den südlichsten Inseln gab es Überschwemmungen und Schäden durch den Wind.

Auf dem Golf von Mexiko verstärkte sich der Hurrikan "Rita" erheblich. In der Nacht zum 21. September erreichte er die Kategorie 3 auf der fünfteiligen Skala, tagsüber am 21. 09. rasch die Kategorie 4 und am Abend mitteleuropäischer Zeit dann als zweiter Hurrikan des Jahres 2005 die höchste Kategorie 5. Damit gehörte "Rita" zu den stärksten bisher beobachteten Hurrikanen auf dem Atlantik überhaupt und war ähnlich stark wie der verheerende Hurrikan Katrina! Der Luftdruck im Zentrum sank in der Nacht vom 21. zum 22. September zeitweise bis 897 Hektopascal und machte "Rita" damit vom Kerndruck her zum drittstärksten Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der Hurrikan schwächte sich dann langsam wieder ab. Vor allem interne Umbildungsprozesse bestimmten die Intensität, unter geringfügig ungünstigeren Höhenwinden und mit Einbeziehung trockenerer Luft konnte er sich etwas abschwächen. Am Donnerstag, 22.09., 17 Uhr MESZ (10 Uhr Ortszeit in Texas), wurde eine Hurrikanwarnung für die US-Golfküste von PortO'Connor, Texas, bis Morgan City, Louisiana, ausgegeben. Auf der rechten Seite der Zugbahn drohte in Buchten und Flussmündungen eine etwa 4,5 bis 6,5 Meter hohe Sturmflut, dazu meterhohe Wellen. Auch an den Küsten im östlichen Louisiana und in Mississippi sollte das Wasser einen Meter und mehr höher steigen. Im südöstlichen Texas und im Westen Louisianas wurden Regenmengen von 200 bis 300, lokal nahe 400 Liter pro Quadrameter erwartet. Auch im Großraum New Orleans wurden 50 bis etwa 125 Liter pro Quadratmeter befüchtet. In Teilen der Staaten Texas und Louisiana sowie Arkansas und Mississippi bestand zusätzlich die Gefahr von Tornados.

Der Hurrikan drehte aber etwas früher nach Nordosten ein als zunächst berechnet. Das Auge ging am Vormittag des 24. September gegen 09:30 Uhr MESZ zwischen Sabine Pass und Johnson's Bajou im Grenzbereich der beiden US-Staaten Texas und Louisiana an Land. Die stärkste Sturmflut trat dabei in Teilen Louisianas auf, hier wurden ganze Orte komplett zerstört. Auf dem Land schwächte er sich rasch ab, wurde später am 24. zum Tropischen Sturm und zum 25. zu einer Tropischen Depression heruntergestuft. Dabei brachte "Rita" verbreitet enorme Regenmengen: In Bunkie, Louisiana, fielen mehr als 400 Liter auf den Quadratmeter. Offiziell wurden insgesamt mindestens 57 Tornados beobachtet, die bisher vierthöchste Zahl, die beim Landgang eines Hurrikans in den USA registriert wurde. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der RITA-Seite
Zugbahnkarte T.D. No.19 Tropische Depression No.19:
Die 19. Tropische Depression bildete sich am 30. September auf dem östlichen Atlantik, etwa 1.000 Kilometer westsüdwestlich der Kapverdischen Inseln. Sie zog unter leichter Verstärkung langsam nach Nordwesten, wurde aber nicht zu einem Tropischen Sturm heraufgestuft. Die Depression verfehlte den Sturmstatus aber nur sehr knapp und in einigen Foren wurde darüber diskutiert, ob es sich nicht kurzzeitig doch um einen Sturm handelte. Am 02. Oktober schwächte sich das System deutlich ab und löste sich dann weitgehend auf. Mehr zur Depression finden Sie auf der T.D. No.19-Seite
Zugbahnkarte STAN Satellitenbild Hurrikan STAN:
Die 20. Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 bildete sich am 01. Oktober in der nordwestlichen Karibik, dicht östlich der mexikanischen Halbinsel Yucatan. Sie konnte sich leicht verstärken und wurde zum 18. Tropischen Sturm "Stan", kurz bevor sie die Halbinsel erreicht. Über Yucatan schwächte sich "Stan" vorübergehend wieder zu einer Depression ab.

Danach zog der Sturm auf den südlichen Golf von Mexiko bei günstigen Höhenwinden und bis etwa 30 Grad warmem Wasser. Hier intensivierte sich "Stan" am 04.10. zum 10. Hurrikan der Saison. Allerdings drehte der Hurrikan dabei nach Südwesten ein und konnte sich dann wegen der Landnähe nicht mehr wesentlich verstärken. Im Laufe des 04.10. zog "Stan" mit heftigen Regenfällen auf das mexikanische Festland, wo er sich dann rasch abschwächte. In Teilen Mittelamerikas lösten "Stan" und ein ostpazifisches Tief in Teilen Mittelamerikas heftige Regenfälle mit Überschwemmungen und Erdrutschen aus. Dabei kamen in Guatemala und El Salvador nach unterschiedlichen Angaben vermutlich weit mehr als 1.000 Menschen ums Leben. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der STAN-Seite
Zugbahnkarte TAMMY Tropischer Sturm TAMMY:
Der 19. Tropische Sturm bildete sich am 05. Oktober dicht vor der Ostküste Floridas. Der schwache Sturm zog nach Norden bis Nordwesten, verstärkte sich dabei nur vorübergehend mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 85 km/h. Bereits am Abend des 05.10. erreichte er das Festland im Norden Floridas. Starke Regenfälle gab es im Südosten der USA durch "Tammy" auch in den Folgetagen. Die Reste von "Tammy" zogen nach Westen, dann nach Süden auf den nördlichen Golf von Mexiko, konnten sich aber nicht erneut entwickeln. Mehr zum Sturm finden Sie auf der TAMMY-Seite
Zugbahnkarte T.D. No.22 Tropische Depression No.22:
Die 22. Depression bildete sich am 08. Oktober etwa 800 Kilometer südöstlich von Bermuda. Sie entstand aus einem außertropischen Tief mit kalter Luft in der Höhe, in der sich Schauer und Gewitter bildeten. Das Tief wurde als so genannte Subtropische Depression eingestuft, da sie nicht nur tropische Eigenschaften aufwies. Noch am 08.10. schwächte sich das System wieder ab und wurde zum 09. Oktober offiziell nicht mehr geführt. Die Reste der Depression zogen langsam weiter nach Westen bis Nordwesten, konnten sich aber nicht neu formieren. Mehr zur Depression finden Sie auf der T.D. No.22-Seite
Zugbahnkarte VINCE

Satellitenbild
Sturmbild 28.08.2005 der NASA
Hurrikan VINCE:
Der sehr ungewöhnliche Sturm "Vince" bildete sich im Bereich eines Höhentiefs über etwa 23 Grad warmem Wasser zwischen den Azoren und den Kanaren. Die Konvektion formierte sich um ein Zentrum und bildete am 08./09. Oktober sogar ein Auge aus. Am 09. Oktober wurde das System schließlich zum Tropischen Sturm "Vince" heraufgestuft. Dabei befand er sich dicht westlich von Madeira, wo Sturmwarnungen ausgegeben wurden und bis zu 3 Meter hohe Wellen auftraten. Noch am selben Tag wurde "Vince" offiziell zum elften Hurrikan der Saison heraufgestuft. Allerdings beruhte diese Heraufstufung auf Satellitendaten, Messwerte aus dem Hurrikan lagen nicht vor.

Der Hurrikan zog nach Nordosten, drehte aber nach Osten ein. Am 10. Oktober schloss sich das Auge wieder und der Hurrikan wurde zu einem Tropischen Sturm herabgestuft. Der sich abschwächende Sturm zog zum 11. Oktober knapp südlich an Portugal vorbei und erreichte am Vormittag Land im Südwesten Spaniens mit Sturmböen und Regenfällen. "Vince" war der erste tropische Wirbelsturm, der seit Beginn der Aufzeichnungen nach Spanien zog. Jerez de la Frontera meldete eine Spitzenböe von 81 km/h. Die Reste von "Vince" zogen ins Landesinnere von Andalusien. In Cordoba fielen am Nachmittag innerhalb von nur 6 Stunden 86 Liter Regen auf den Quadratmeter. Hier und im Bereich Sevilla wurden einige Straßen sowie zahlreiche Keller und Garagen überflutet und die Feuerwehren mussten hunderte Einsätze fahren. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der VINCE-Seite
Zugbahnkarte WILMA

Radarbild Hurriane Hunter
Radarbild der Hurricane Hunters

Satellitenbild
Sturmbild 21.10.2005 der OSEI

Hurrikan WILMA:
Die 24. Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 entstand am 15. Oktober direkt bei der Insel Jamaika in der Karibik. Hier formierten sich etwa ab dem 12. Oktober Schauer und Gewitter zu einem zunächst nur schwach ausgeprägten Tief, aus dem dann die Tropische Depression hervorging. Diese zog zunächst langsam nach Südwesten bis Süden, dabei konnte sie sich unter schwachen und damit günstigen Höhenwinden am 17. Oktober zum Tropischen Sturm "Wilma" und am folgenden Tag zum 12. Hurrikan der Saison verstärken.

Am späten Abend des 18. Oktober wurden offizielle Hurrikanvorwarnungen des National Hurricane Centers für Teile der mexikanischen Halbinsel Yucatan und für den Westen Kubas herausgegeben. Vom 18. zum 19. Oktober wurde "Wilma" zu einem gefährlichen und extrem starken Hurrikan der Kategorie 5. Zeitweise reichten die Windgeschwindigkeiten bis knapp 300 km/h im Mittel mit geschätzten Spitzenböen bis etwa 350 km/h. Dabei sank der Luftdruck auf den Rekordwert von 882 Hektopascal - ein Wert, der zuvor auf dem Atlantik noch nie gemessen worden war. "Wilma" ist damit der stärkste bisher beobachtete Hurrikan aller Zeiten.

Der Hurrikan schwächte sich zum 20. Oktober etwas ab und wurde auf die Kategorie 4 herabgestuft. Er traf am 21. Oktober auf die vorgelagerte Insel Cozumel und dann auf den Nordosten der mexikanischen Halbinsel Yucatan, wo große Schäden und enorme Regenmengen auftraten. Besonders gefährlich war "Wilma" durch die extrem langsame Verlagerungsgeschwindigkeit, sodass Wind und Regen 24 bis teilweise mehr als 36 Stunden in derselben Region anhielten. Der staatliche mexikanische Wetterdienst meldete am Morgen des 22. Oktober: "En las últimas 24 horas la lluvia reportada en Isla Mujeres, QR., es de 1,522 mm; así como vientos intensos y olas de 5 a 8 m en Cancún y la Riviera Maya." Demnach sollen bei Cancun mehr als 1.500 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen sein! An den Küsten traten 5 bis 8 Meter hohe Wellen auf.

Über dem Nordosten der Halbinsel schwächte sich "Wilma" bis zur Kategorie 2 ab. Der Hurrikan setzte sich langsam zunächst in Richtung Norden und in Bewegung und erreichte in der Nacht zum 23. Oktober wieder die Küste an der Nordostspitze der Halbinsel. Danach drehte er nach Nordosten ein und wurde deutlich schneller. Über dem südöstlichen Golf von Mexiko konnte er sich dabei vorübergehend wieder auf die Kategorie 3 verstärken. "Wilma" streifte den Westen Kubas, bevor er am 24.10. den Südwesten Floridas erreichte. "Wilma" überquerte den Süden der Halbinsel und schwächte sich dabei nur wenig ab auf die Kategorie 2, dicht östlich von Florida wurde er kurz darauf wieder auf die dritte Kategorie heraufgestuft. Der Hurrikan wandelte sich am 25. Oktober auf dem Atlantik in ein außertropisches Sturmtief um. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der WILMA-Seite
Zugbahnkarte ALPHA Satellitenbild
Sturmbild 23.10.2005 der NASA

Tropischer Sturm ALPHA:
Die 25. Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 entstand am 22. Oktober in der östlichen Karibik. Sie hatte ihren Ursprung in einer Welle, die sich auf dem Weg von Afrika kurz vor den Kleinen Antillen verstärkte und hier erste Sturmböen auslöste. Auf der Insel Barbados wurde vorübergehend ein Mittelwind von 54 km/h gemessen mit noch deutlich stärkeren Böen. Allerdings wurde noch keine geschlossene Zirkulation beobachtet und das System wurde daher noch nicht als Tropische Depression geführt. Das änderte sich am 22. Oktober.

Die neue Depression formierte sich südlich von Puerto Rico und konnte sich auf dem Weg nach Nordwesten zur Insel Hispañola bereits am Abend (MESZ) des 22. Oktober zum Tropischen Sturm "Alpha" verstärken. Der Sturm erreichte vorübergehend Windgeschwindigkeiten bis etwa 85 km/h mit Böen um 100 km/h, bevor er am 23. Oktober auf die Insel traf. Der Sturm überquerte die bergige Insel Hispañola mit größeren Regenmengen, es gab Überschwemmungen und Erdrutsche, durch die mindestens 26 Menschen ums Leben kamen. "Alpha" schwächte sich über Land rasch ab und die Reste gingen dann in den Hurrikan Wilma auf. Mehr zum Sturm finden Sie auf der ALPHA-Seite
Zugbahnkarte BETA Satellitenbild
Sturmbild 30.10.2005 der Universität Wisconsin

Hurrikan BETA:
Die 26. Tropische Depression der atlantischen Hurrikansaison 2005 entstand in der Nacht vom 26. zum 27. Oktober im äußersten Südwesten der Karibik, nördlich von Panama. Sie formierte sich bereits am 27. Oktober schnell zum 23. Tropischen Sturm "Beta". Der Sturm zog sehr langsam nach Norden und überquerte dabei die zu Kolumbien gehörende Insel Providencia, wo nach Meldungen des kolumbianischen Wetterdienstes erhebliche Schäden auftraten.

Zum 29. Oktober konnte sich "Beta" zu einem Hurrikan verstärken. Zum 30. Oktober verstärkte er sich kurzzeitig bis auf die Stufe 3 der fünfteiligen Hurrikanskala. Dabei drehte er unerwartet nach Südwesten ein, kurz bevor er am frühen Sonntagnachmittag (MEZ) die Küste von Nicaragua erreichte. Damit wurden die Städte im Nordosten Nicaraguas verschont und eine dünn bediedelte Region war betroffen. In Teilen Mittelamerikas fielen enorme Regenmengen, verbreitet wurden 200 bis 400 Liter, lokal auch 600 Liter pro Quadratmeter erwartet. In den bergigen Regionen drohten daher Überschwemmungen und Erdrutsche. Mehr zum Hurrikan finden Sie auf der BETA-Seite
Zugbahnkarte GAMMA Tropischer Sturm GAMMA:
Die 27. Tropische Depression der Saison bildete sich am 13./14. November bei den Kleinen Antillen. Durch starke Regenfälle mit Überschwemmungen kamen hier mehrere Menschen ums Leben. Die Depression konnte sich nicht bis Sturmstärke entwickeln und schwächte sich am 16. in der zentralen Karibik wieder ab. Am 18. November konnte sich aus den Überresten und einer weiteren tropischen Welle vor Honduras doch der Tropische Sturm "Gamma" bilden, der die Küste mit sehr starken Regenfällen streifte. Der Sturm verlagerte sich kaum und schwächte sich zum 21. November wieder ab. Mehr zum Tropischen Sturm finden Sie auf der GAMMA-Seite
Zugbahnkarte DELTA Tropischer Sturm DELTA:
Der Sturm war aus einem außertropischen Tief entstanden und erreichte am 24./25. November südwestlich der Azoren fast Hurrikanstärke. Dabei zog "Delta" langsam nach Süden, bevor er unter Abschwächung nach Nordosten eindrehte. Am 27. November konnte sich "Delta" vorübergehend erneut verstärken, bevor er am folgenden Tag zwischen Madeira und den Kanaren hindurch nach Osten zog. Dabei wandelte er sich wieder in ein außertropisches Tief um. Seine Ausläufer streiften die Kanaren mit Orkanböen und starken Regenfällen. Danach zog er in den Nordwesten Afrikas, wo er sich auflöste. Mehr zum Tropischen Sturm finden Sie auf der DELTA-Seite
Zugbahnkarte EPSILON
Satellitenbild
Sturmbild 04.12.2005 der NASA
Hurrikan EPSILON:
Ähnlich wie "Delta" entstand auch "Epsilon" aus einem außertropischen Tief, das sich etwa auf halbem Weg zwischen den Azoren und Bermuda umwandelte und tropische Eigenschaften annahm. Die Wassertemperaturen lagen zwischen 23 und 25 Grad. Das Tief bekam ein warmes Zentrum, um das sich Schauer und Gewitter anordneten. Am 29. November bekam das System den Namen "Epsilon".

Der Sturm zog zunächst nach Südwesten, drehte dann aber bald nach Nordosten ab. Er konnte dabei ein Auge ausbilden und wurde am 02. Dezember zum 14. Hurrikan der Saison heraufgestuft. Am 04. Dezember reichten die mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 140 km/h. Der Hurrikan hielt sich dann tagelang über nur noch 21 bis 23 Grad warmem Wasser. In den folgenden Tagen zog der Hurrikan nach Süden, dann Südwesten und hielt sich entgegen aller Erwartungen mit einem sehr gut ausgeprägten Auge bis zum 07. Dezember. In der Nacht zum 08. Dezember wurde der Hurrikan durch ungünstige Höhenwinde innerhalb weniger Stunden förmlich zerlegt. Mehr zum ungewöhnlichen Hurrikan finden Sie auf der EPSILON-Seite
Zugbahnkarte ZETA
Tropischer Sturm ZETA:
Der Tropische Sturm "Zeta" bildete sich ähnlich wie "Vince", "Delta" und "Epsilon" im Bereich eines außertropischen Tiefs mit höhenkalter Luft. Über dem 22 bis 24 Grad warmen Wasser bildete sich recht rasch Konvektion in Zentrumsnähe und das System wurde am 30. Dezember zum Tropischen Sturm heraufgestuft. "Zeta" hielt sich entgegen aller Vorhersagen bis zum 06. Januar, als er sich durch stärkere Höhenwinde und trockene Luft auflöste. Mehr zum Tropischen Sturm finden Sie auf der ZETA-Seite

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